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Gedichte


Muttersprache
 

Muttersprache, traut und innig,

derb und kräftig, voll Humor!

Ach, ich komm mir in der Fremde

manches Mal recht dämlich vor.

 
Kannst kein Wortche

Plattdeutsch schabbern;

Neulich hab ich foorts gesagt,

alles kickt mir an und gniddert.

Nei, was is man bloß geplagt!

 

Willst im Laden du was kaufen,

keiner kennt hier Glums und Schmand,

Kumst, Kanehl, Farin und Wruken,

alles, alles unbekannt!

 

Auf dem Zudeck sagt man Teppich

Und das Toppche unterm Bett

nennt man hier zu Lande Hafen.

(Wenn ich bloß man einen hätt!)

 

Lucht und Okel heißt hier Bühne

Krepsch und Pungel gibt es nicht,

und willst du im Gasthaus essen,

kein vernünftiges Gericht!

 

Karbonad und saure Klops,

die schreib dir man sonst wo hin.

Meistenteils stehn im Verzeichnis

Hörnle nur und Spätzle drin.

 

Und so bin ich wirklich traurig,

still und einsam, wenig froh,

ach ich glaub

ihe lieben Landsleut

euch geht´s allen ebenso.

 

Treue traute Muttersprache

mit dir geh´ ich Hand in Hand

durch das Dunkel dieser Tage

in mein liebes Heimatland.

 

                                                        Walter Grönick

 

 



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